{"id":202,"date":"2015-05-16T15:26:20","date_gmt":"2015-05-16T13:26:20","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?page_id=202"},"modified":"2016-02-08T21:59:59","modified_gmt":"2016-02-08T20:59:59","slug":"gereimte-fastnachtspredigt-zu-jesaja-58-1-9a","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/?page_id=202","title":{"rendered":"2014: Gereimte Fastnachtspredigt zu Jesaja 58, 1-9a"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gereimte Fastnachtspredigt zu Jesaja 58, 1-9a<\/strong><\/p>\n<p>\u201eFalsches und echtes Fasten&#8220;<br \/>\n2. M\u00e4rz 2014<br \/>\nvon Kerstin Sch\u00e4fer<br \/>\n1. Zur Fastenzeit entbrennt erneut<br \/>\ndie Frage, wie wir fasten heut\u2018:<br \/>\nKein Tabak, Auto, Fernseh-Gucken,<br \/>\nkein Alkohol, nichts S\u00fc\u00dfes schlucken,<\/p>\n<p>2. kein Eis und keine Schokolade &#8211;<br \/>\nwas uns halt in den Sinn kommt grade.<br \/>\n\u00b4s gibt M\u00f6glichkeiten ohne Zahl.<br \/>\nMan hat direkt die Qual der Wahl.<\/p>\n<p>3. Schoko-Verzicht ist angenehm:<br \/>\nDann ess\u2018 ich halt Vanille-Creme.<br \/>\nNein, ich verzicht\u2018 &#8211; das lob ich mir &#8211;<br \/>\nmal sieben Wochen auf mein Bier.<\/p>\n<p>4. Daf\u00fcr schenk ich den roten Wein<br \/>\nmir einfach umso \u00f6fter ein.<br \/>\nComputer, Handy, Smartphone, App<br \/>\nmacht mich schon viel zu lang zum Depp.<\/p>\n<p>5. \u201eIch mach dies\u2018 Jahr, wenn\u2019s irgend geht,<br \/>\n\u00b4ne Kuchen-Handy-Wein-Di\u00e4t.&#8220;<br \/>\nSie haben\u2019s sicher l\u00e4ngst erraten:<br \/>\nSo schafft man keine guten Taten.<\/p>\n<p>6. Meist n\u00fctzt das ganze Fasten nur<br \/>\nf\u00fcr sieben Wochen der Figur,<br \/>\ndie sich, wenn\u2019s dann auf Ostern geht,<br \/>\nzur\u00fcck in alte Formen bl\u00e4ht.<\/p>\n<p>7. Manch einer denkt, er zeigt Erbarmen<br \/>\nund Mitgef\u00fchl mit all den Armen,<br \/>\nwenn er vorm vollen K\u00fchlschrank steht<br \/>\nund zwingt sich zu \u00b4ner Null-Di\u00e4t.<\/p>\n<p>8. Das nennt die Bibel Heuchelei,<br \/>\ndenn das geht am Bedarf vorbei.<br \/>\nNur Fasten um des Fastens Willen<br \/>\nwird keines Menschen Hunger stillen.<\/p>\n<p>9. Wohltat nur in den eignen W\u00e4nden,<br \/>\ndie wird am Gartenzaun schon enden.<br \/>\nWillst Du in Gottes Gnade ruhn,<br \/>\nmusst du dem N\u00e4chsten Gutes tun.<\/p>\n<p>10. Wir beten \u201eJesus, sei mein Gast,<br \/>\nsegne, was du bescheret hast.&#8220;<br \/>\nUnd pl\u00f6tzlich klopft es an das Tor.<br \/>\nSteht etwa Jesus jetzt davor?<\/p>\n<p>11. Ein Bettler ist\u2019s, verschwitzt, verdreckt,<br \/>\nder sofort unsern Argwohn weckt.<br \/>\nHungrig und m\u00fcde sieht der aus,<br \/>\ndoch was will der in meinem Haus?!<\/p>\n<p>12. Der wird doch nicht vom reichen, vollen<br \/>\nGedeck f\u00fcr Jesus essen wollen?<br \/>\nUnd dann noch bleiben eine Nacht?<br \/>\nSo hab ich mir das nicht gedacht!<\/p>\n<p>13. \u201eBrich mit dem Hungrigen dein Brot.<br \/>\nHilf Obdachlosen aus der Not.<br \/>\nWenn einer friert, so kleid\u2018 ihn ein<br \/>\nund lass ihn in dein Haus hinein.&#8220;<\/p>\n<p>14. Oh, Mist, wir ham\u2019s ja grad geh\u00f6rt!<br \/>\nIhn wegzuschicken w\u00e4r\u2018 verkehrt.<br \/>\nWill ich den Jesus um mich haben,<br \/>\ndann muss ich auch den Bettler laben<\/p>\n<p>15. und mit ihm teilen meine Speise,<br \/>\nihn st\u00e4rken f\u00fcr die Weiterreise.<br \/>\nVielleicht fehlt ihm zu seinem Gl\u00fcck<br \/>\nein ausgetrag\u2019nes Kleidungsst\u00fcck.<\/p>\n<p>16. Wenn man dem hilft, der darbt und friert,<br \/>\nund dabei selbstlos noch agiert,<br \/>\ndann kommt die Tat ganz oben an,<br \/>\ndann hei\u00dft\u2019s: \u201eDas habt ihr mir getan.&#8220;<\/p>\n<p>17. Hilfe in letzter Konsequenz<br \/>\nbraucht nicht mal viel Intelligenz,<br \/>\nkein Abi, Studium, Doktortitel,<br \/>\nkaum gro\u00dfe finanzielle Mittel.<\/p>\n<p>18. Sie wird im Kleinen oft gefunden,<br \/>\nist an kein gro\u00dfes Amt gebunden,<br \/>\nnicht an den Sitz im Chorgest\u00fchl.<br \/>\nSie zeigt sich erst durch Mitgef\u00fchl.<\/p>\n<p>19. Wenn jemand schrecklich einsam ist,<br \/>\nweil ihn die Welt schlichtweg vergisst,<br \/>\nund du gehst pl\u00f6tzlich auf ihn zu,<br \/>\ndann wendet sich das Blatt im Nu.<\/p>\n<p>20. Sehr hilfreich ist auch das Bestreben,<br \/>\nf\u00fcr die, die t\u00e4glich um dich leben,<br \/>\nauch mal ein gutes Wort zu finden!<br \/>\nDa wirst du Schranken \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>21. Du sollst die Oma mal besuchen,<br \/>\nwie Rotk\u00e4ppchen mit Wein und Kuchen.<br \/>\nDie \u201eWein-Di\u00e4t&#8220; von weiter oben<br \/>\nwird auf ein andres Mal verschoben.<\/p>\n<p>22. Besuch\u2018 sie einfach ohne Zaudern,<br \/>\nund ihr kommt wunderbar ins Plaudern.<br \/>\nEntzieh dich nicht dei\u2019m Fleisch und Blut.<br \/>\nWirst seh\u2019n: Es tut euch beiden gut.<\/p>\n<p>23. Das Himmelreich ist gar nicht weit,<br \/>\ndenn Gott schenkt uns Gerechtigkeit.<br \/>\nWir sollten freilich uns beeilen,<br \/>\nsie unter Menschen aufzuteilen.<\/p>\n<p>24. Dann tr\u00e4gt den Namen sie zu Recht.<br \/>\nWenn\u2019s nicht so w\u00e4r\u2018, das w\u00e4re schlecht.<br \/>\nWill man sie noch so gut verwalten,<br \/>\nman kann sie nicht f\u00fcr sich behalten.<\/p>\n<p>25. Es hatte einen Geistesblitz<br \/>\nder Ordens-Bruder Roger Sch\u00fctz:<br \/>\n\u201eSoll dir dein Leben stets gelingen,<br \/>\nso lass dich zum Konsum nicht zwingen.<\/p>\n<p>26. Der Kaufzwang bringt dich gar nicht weit,<br \/>\nnur in die Kauf-Abh\u00e4ngigkeit.<br \/>\nDu ziehst herum und kaufst und kaufst,<br \/>\nund eh\u2018 du wirklich mal verschnaufst,<\/p>\n<p>27. bist du ein Teil der gro\u00dfen Meute,<br \/>\ndie gierig schnappt nach jeder Beute.<br \/>\nDas Haben bringt dir keinen Spa\u00df.<br \/>\nSchon glaubst du, dir fehlt wieder was.<\/p>\n<p>28. Befrei\u2018 dich mal von dieser Last<br \/>\nund teile alles, was du hast.<br \/>\nDann kann ich dir schon jetzt verk\u00fcnden:<br \/>\nDu wirst viel Freiheit darin finden.&#8220;<\/p>\n<p>29. Das ist kein Kerstin-Sch\u00e4fer-Witz;<br \/>\ndas sagte so der Roger Sch\u00fctz,<br \/>\ndie sozusagen \u201egute Fee&#8220;<br \/>\nvon der Gemeinde in Taiz\u00e9.<\/p>\n<p>30. Was mir noch sehr am Herzen liegt<br \/>\nist, dass man sonntags Ruhe kriegt.<br \/>\n\u201eAm siebten Tage sollst du ruhn&#8220;,<br \/>\ndas hat &#8211; wei\u00df Gott &#8211; mit uns zu tun.<\/p>\n<p>31. Wenn st\u00e4ndig jemand schuften muss<br \/>\nf\u00fcr unsern gro\u00dfen Warenfluss,<br \/>\nden die Gesellschaft gern verzehrt,<br \/>\ndann l\u00e4uft doch etwas grundverkehrt!<\/p>\n<p>32. Da wird gekauft und konsumiert,<br \/>\nbestellt, beraten, anprobiert,<br \/>\nam Werktag, Sonntag, ohne Pause.<br \/>\nJa, geh\u2019n die Leute nie nach Hause?<\/p>\n<p>33. Die Last ruht auf den Kleinen, Schwachen,<br \/>\nda hei\u00dft\u2019s: \u201eMit uns kann man\u2019s ja machen!<br \/>\nDie \u00d6ffnungszeit bestimmt der Boss;<br \/>\ndas ist nun einmal unser Los.&#8220;<\/p>\n<p>34. Ich wehr\u2018 mich gegen dieses Joch,<br \/>\ndas sagt, \u201edie Mehrheit will das doch&#8220;!<br \/>\nAngeblich sei das marktgesteuert,<br \/>\nwird immer wieder laut beteuert.<\/p>\n<p>35. Der Kunde will f\u00fcr\u2019n Grill die Kohlen<br \/>\nauch sonntags an der Tanke holen.<br \/>\nWenn ich von Wirtschaft eines wei\u00df,<br \/>\ndann das: Es ist ein Teufelskreis.<\/p>\n<p>36. Ich denk\u2018, wir sollten uns besinnen<br \/>\nund einfach bei uns selbst beginnen,<br \/>\nden Teufelskreis zu \u00fcberwinden,<br \/>\ndenn \u201edu wirst Freiheit darin finden&#8220;,<\/p>\n<p>37. Freiheit von der besagten Beute,<br \/>\nFreiheit f\u00fcr dich und andre Leute,<br \/>\ndie nicht mehr an der Kasse stehen.<br \/>\nSie k\u00f6nnten jetzt zur Kirche gehen.<\/p>\n<p>38. Ich wei\u00df, es muss auch welche geben,<br \/>\ndie sonntags retten unser Leben:<br \/>\nDie \u00c4rzte und die Krankenschwestern,<br \/>\nich bin ja schlie\u00dflich nicht von gestern &#8211;<\/p>\n<p>39. die Hebammen dann wohl nicht minder,<br \/>\nsonst g\u00e4b\u2019s ja keine Sonntagskinder.<br \/>\nSagt nicht, mir fehlt daf\u00fcr der Sinn,<br \/>\nweil ich ein Montagskind blo\u00df bin.<\/p>\n<p>40. Ich f\u00fchl\u2018 mich quasi auserw\u00e4hlt<br \/>\nzu kl\u00e4r\u2018n, wie viel der Sonntag z\u00e4hlt:<br \/>\nHab von Geburt an nicht gepennt,<br \/>\nhab Sonntagsruhe noch geg\u00f6nnt<\/p>\n<p>41. dem hei\u00dfgeliebten Elternpaar,<br \/>\nund war dann erst am Montag da.<br \/>\n(Das war jetzt wohl kein Geistesblitz;<br \/>\ndas war ein Kerstin-Sch\u00e4fer-Witz.)<\/p>\n<p>42. Ich w\u00fcrd\u2018 mal sagen: Spa\u00df beiseite<br \/>\nund mit Klamauk genug f\u00fcr heute!<br \/>\nDie Aktion \u201eSieben Wochen ohne&#8220;<br \/>\nsei eine, die sich wieder lohne,<\/p>\n<p>43. so h\u00f6rt man jetzt in Kirchenkreisen.<br \/>\nBis Ostern wird es sich erweisen.<br \/>\nFalsche Gewissheit hinterfragen,<br \/>\nLebwohl zu Halbwahrheiten sagen,<\/p>\n<p>44. sich pr\u00fcfen und in manchen F\u00e4llen<br \/>\nwas Neues auf die Beine stellen.<br \/>\nLass dich nicht nur von andern lenken.<br \/>\nDas Motto hei\u00dft jetzt: Selber denken!<\/p>\n<p>45. Das eine m\u00f6cht\u2018 ich noch bekunden:<br \/>\nDass ihr den Weg hierher gefunden<br \/>\nbei all den Konkurrenz-Anl\u00e4ssen,<br \/>\ndas werde ich euch nie vergessen.<\/p>\n<p>46. Der Friede Gottes ist viel h\u00f6her<br \/>\nund doch uns Menschen sehr viel n\u00e4her<br \/>\nals die Vernunft es je begreift<br \/>\nsei sie auch noch so sehr gereift.<\/p>\n<p>47. Er m\u00f6ge weiterhin bewahren,<br \/>\nwenn wir auf unsern Wegen fahren,<br \/>\nauch unsre Herzen, unsre Sinnen.<br \/>\nUnd dieser Friede w\u00e4rmt von innen.<br \/>\nAmen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gereimte Fastnachtspredigt zu Jesaja 58, 1-9a \u201eFalsches und echtes Fasten&#8220; 2. M\u00e4rz 2014 von Kerstin Sch\u00e4fer 1. Zur Fastenzeit entbrennt erneut die Frage, wie wir fasten heut\u2018: Kein Tabak, Auto, Fernseh-Gucken, kein Alkohol, nichts S\u00fc\u00dfes schlucken, 2. kein Eis und keine Schokolade &#8211; was uns halt in den Sinn kommt grade. \u00b4s gibt M\u00f6glichkeiten ohne &hellip; <a href=\"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/?page_id=202\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">2014: Gereimte Fastnachtspredigt zu Jesaja 58, 1-9a<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":205,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-202","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=202"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/202\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":396,"href":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/202\/revisions\/396"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/205"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}