{"id":226,"date":"2015-05-16T21:40:13","date_gmt":"2015-05-16T19:40:13","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?page_id=226"},"modified":"2015-05-16T21:44:14","modified_gmt":"2015-05-16T19:44:14","slug":"gereimte-fastnachtspredigt-zu-lukas-10-38-42","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/?page_id=226","title":{"rendered":"2011: Gereimte Fastnachtspredigt zu Lukas 10, 38-42,"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gereimte Fastnachtspredigt zu Lukas 10, 38-42,<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Marta und Maria&#8220;<br \/>\n6. M\u00e4rz 2011<br \/>\nvon Kerstin Sch\u00e4fer<\/p>\n<p>1. Zwei Schwestern hab\u2019n hohem Besuch<br \/>\nvon Jesus, so steht\u2019s in dem Buch.<br \/>\nMaria darf sitzen,<br \/>\ndie Marta muss schwitzen<br \/>\nund hat auch schon sehr bald genug.<\/p>\n<p>2. Die Marta blieb lange verschwunden<br \/>\nund wurd\u2019 in der K\u00fcche gefunden.<br \/>\nSie macht sich viel M\u00fche<br \/>\nmit Fleisch und mit Br\u00fche<br \/>\nund schuftet seit mehreren Stunden.<\/p>\n<p>3. Jetzt kann sie es nicht mehr ertragen.<br \/>\nSie muss es dem Jesus jetzt sagen:<br \/>\n\u201eIch schaff hier alleine,<br \/>\nmach der doch mal Beine,<br \/>\nsonst platzt mir allm\u00e4hlich der Kragen.<\/p>\n<p>4. Maria sitzt vor deinen F\u00fc\u00dfen,<br \/>\nund du scheinst das noch zu begr\u00fc\u00dfen.<br \/>\nWas will die beim Rabbi?<br \/>\nDie macht doch kein Abi!<br \/>\nIch sag dir: Das wird sie noch b\u00fc\u00dfen.&#8220;<\/p>\n<p>5. Der Herr kennt die Sorgen genau<br \/>\nund nimmt der gesch\u00e4ftigen Frau<br \/>\nmit einfachen Regeln<br \/>\nden Wind aus den Segeln:<br \/>\n\u201eWas machst du f\u00fcr einen Radau?<\/p>\n<p>6. Kein Mensch verlangt, dass man sich qu\u00e4lt.<br \/>\nGrad hab ich vom Vater erz\u00e4hlt.<br \/>\nDich mag ich gut leiden,<br \/>\ndoch sie hat von beiden<br \/>\ndie bessere Seite gew\u00e4hlt.&#8220;<\/p>\n<p>7. Soweit also Jesu Erkl\u00e4rung.<br \/>\nDoch was folgt auf diese Belehrung?<br \/>\nDie Marta wird grollen<br \/>\nund weiterhin schmollen<br \/>\ntrotz aller gebot\u2019nen Verehrung.<\/p>\n<p>8. Was sagt die Geschichte uns heute,<br \/>\nwenn ich sie aus meiner Sicht deute?<br \/>\nEin klares Ergebnis<br \/>\nnach diesem Erlebnis,<br \/>\ndas w\u00e4re schon was, was mich freute.<\/p>\n<p>9. Wir sollten wohl \u00fcber die Schwestern<br \/>\nvon oben herab nicht gleich l\u00e4stern.<br \/>\nProbleme zu haben<br \/>\nmit menschlichen Gaben,<br \/>\ndas gibt es doch heute wie gestern.<\/p>\n<p>10. Man m\u00fcsste es einfach probieren,<br \/>\nvielleicht auch mal etwas riskieren,<br \/>\num eig\u2019ne Talente<br \/>\n&#8211; nicht erst nach der Rente &#8211;<br \/>\nim Alltag geschickt zu platzieren.<\/p>\n<p>11. Der Sinn ist bei solchen Geschichten<br \/>\nnicht gleich \u00fcber andre zu richten.<br \/>\nDie eigenen St\u00e4rken,<br \/>\ndie muss man sich merken.<br \/>\nIch glaub, ich versuch\u2019s heut mit Dichten.<\/p>\n<p>12. Da hat in der Heiligen Schrift<br \/>\ndie Marta, die Jesus dort trifft,<br \/>\nstatt N\u00e4he zu sp\u00fcren,<br \/>\nGespr\u00e4che zu f\u00fchren,<br \/>\ngrad diese Entscheidung umschifft.<\/p>\n<p>13. Maria verlegt sich aufs H\u00f6ren<br \/>\nund l\u00e4sst sich von Marta nicht st\u00f6ren.<br \/>\nOb ich nicht zum Kochen<br \/>\nmich auch h\u00e4tt\u2019 verkrochen?<br \/>\nIch k\u00f6nnt es bis heut nicht beschw\u00f6ren.<\/p>\n<p>14. Der Jesus ist Meister der Worte,<br \/>\nund zwar von besonderer Sorte.<br \/>\nEr kann durch die Lehren<br \/>\nauch Zweifler bekehren,<br \/>\ndoch braucht er dazu keine Torte.<\/p>\n<p>15. Mensch, Marta, du hast einen Gast!<br \/>\nDer glaubt doch, er f\u00e4llt dir zur Last,<br \/>\nwenn du bist am R\u00f6deln<br \/>\nmit T\u00f6pfen und Kn\u00f6deln.<br \/>\nKomm, setz dich, solang du ihn hast!<\/p>\n<p>16. Am End willst auf emsigen Sohlen<br \/>\ndu auch noch den Wischmopp rausholen,<br \/>\num bis in die Puppen<br \/>\nauf Hochglanz zu schruppen<br \/>\nam Boden die h\u00f6lzernen Bohlen.<\/p>\n<p>17. H\u00f6r zu, liebe Marta von heut!<br \/>\nEs hei\u00dft: Alles hat seine Zeit.<br \/>\nDas Staubtuch zu schwingen<br \/>\nstatt Lobpreis zu singen,<br \/>\ndas haben schon manche bereut.<\/p>\n<p>18. Beim Sofa gibt\u2019s staubige Flusen,<br \/>\nam T\u00fcrgriff zerknitterte Blusen.<br \/>\nDu solltest dich z\u00fcgeln,<br \/>\ndie jetzt noch zu b\u00fcgeln!<br \/>\nDas kann so ein Gast nicht verknusen.<\/p>\n<p>19. Auch wenn sie nicht gl\u00e4nzt, deine Wohnung,<br \/>\ndein R\u00fccken verdient etwas Schonung.<br \/>\nAm Tag unsres Herrn,<br \/>\nda ruht man doch gern.<br \/>\nDen Gottesdienst gibt\u2019s zur Belohnung.<\/p>\n<p>20. Ich sag\u2019s euch mit ernsthafter Miene:<br \/>\nDer Jesus kam her, dass er diene,<br \/>\nund nicht, um von Massen<br \/>\nsich dienen zu lassen.<br \/>\nDas w\u00e4r\u2019 doch \u00b4ne ganz andre Schiene.<\/p>\n<p>21. Das hab\u2019n doch schon Kinder erfasst:<br \/>\n\u201eHerr Jesus, komm sei unser Gast.<br \/>\nAm Tisch uns begegne<br \/>\nund bitte, Herr, segne<br \/>\nwas Du uns bescheret heut hast.&#8220;<\/p>\n<p>22. Ein Kernst\u00fcck gemeindlichen Lebens,<br \/>\ndas ist die Kultur dieses Strebens<br \/>\nnach g\u00f6ttlicher N\u00e4he<br \/>\nvom Kopf bis zur Zehe.<br \/>\nSonst ist doch die Chose vergebens.<\/p>\n<p>23. Die Kirchen in unseren Orten,<br \/>\ndie \u00f6ffnen vermehrt ihre Pforten<br \/>\nf\u00fcr zahlreiche Kreise,<br \/>\nmal laute, mal leise,<br \/>\nund Gruppen verschiedenster Sorten.<\/p>\n<p>24. Das ist ja soweit auch ganz richtig,<br \/>\ndenn Gruppen und Kreise sind wichtig.<br \/>\nDoch wenn sie als H\u00fcllen<br \/>\nnur Selbstzweck erf\u00fcllen,<br \/>\ndann, kann ich euch sagen, verzicht ich.<\/p>\n<p>25. Man macht sich in seiner Gemeinde<br \/>\nvielleicht nicht gerade zum Feinde<br \/>\nmit endlosem Planen,<br \/>\ndoch l\u00e4sst sich\u2019s erahnen:<br \/>\nMan schafft sich dann auch keine Freunde.<\/p>\n<p>26. Die kirchliche Ausschussarbeit<br \/>\nverschlingt manchmal ganz sch\u00f6n viel Zeit.<br \/>\nGrad war\u2019s noch halb acht,<br \/>\nschon ist\u2019s Mitternacht.<br \/>\nIch hatt\u2019 mich aufs Bett schon gefreut.<\/p>\n<p>27. Es gibt einen Ausschuss f\u00fcrs Bauen,<br \/>\nda sitzen mehr M\u00e4nner als Frauen.<br \/>\nDer pflegt die Geb\u00e4ude<br \/>\nden Menschen zur Freude<br \/>\nund hat unser vollstes Vertrauen.<\/p>\n<p>28. Der Ausschuss f\u00fcr Kirchenmusik<br \/>\nhat Chor und Orchester im Blick:<br \/>\nWer r\u00fcckt die Podeste<br \/>\nf\u00fcr kirchliche Feste<br \/>\nund wann probt man wo welches St\u00fcck?<\/p>\n<p>29. Man kann sich beim Thema \u201eFinanzen&#8220;<br \/>\nnicht gut hinter Akten verschanzen.<br \/>\nEs muss halt gelingen,<br \/>\ndas Geld reinzubringen,<br \/>\nund sei es an Fasching durch Tanzen.<\/p>\n<p>30. Die Kita l\u00e4uft fast nebenher,<br \/>\nals wenn es das Einfachste w\u00e4r.<br \/>\nDoch wer seine Vita<br \/>\nverkn\u00fcpft mit der Kita,<br \/>\nder tr\u00e4gt an Verantwortung schwer.<\/p>\n<p>31. Die Arbeit mit euch Konfirmanden<br \/>\n&#8211; ich seh\u2019, ihr seid zahlreich vorhanden \u2013<br \/>\nweist Kinder und Jugend<br \/>\nauf Pfade der Tugend,<br \/>\ndie hoffentlich nicht gleich versanden.<\/p>\n<p>32. Der Ausschuss f\u00fcr \u00d6ffentlichkeit<br \/>\nh\u00e4lt stets alle Infos bereit,<br \/>\nweil viele Aktionen<br \/>\nsich noch viel mehr lohnen,<br \/>\nwenn sich auch das Publikum freut.<\/p>\n<p>33. Es gibt sehr verschiedne Talente,<br \/>\nund jeder setzt eig\u2019ne Akzente.<br \/>\nMan b\u00fcndle die Kr\u00e4fte<br \/>\nin diesem Gesch\u00e4fte,<br \/>\nsonst bleiben die Gaben Fragmente.<\/p>\n<p>34. An Christi Leib sind wir die Glieder,<br \/>\nso h\u00f6r\u2019n wir es hier immer wieder.<br \/>\nAm Stamm sind wir Zweige,<br \/>\nEr spielt Erste Geige<br \/>\nund wir singen all seine Lieder:<\/p>\n<p>35. Von Jesu Geburt und den Freuden<br \/>\nbis hin zu den sp\u00e4teren Leiden,<br \/>\nvon himmlischen Pforten<br \/>\nan weltlichen Orten.<br \/>\nDa werden uns manche beneiden.<\/p>\n<p>36. Der Friede von Gott, unserm Herrn,<br \/>\nnach dem wir uns alle verzehr\u2019n,<br \/>\ner l\u00e4sst sich nicht fassen,<br \/>\ndoch sind wir verlassen,<br \/>\nwenn wir ihn auf Dauer entbehr\u2019n.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gereimte Fastnachtspredigt zu Lukas 10, 38-42, &#8222;Marta und Maria&#8220; 6. M\u00e4rz 2011 von Kerstin Sch\u00e4fer 1. Zwei Schwestern hab\u2019n hohem Besuch von Jesus, so steht\u2019s in dem Buch. Maria darf sitzen, die Marta muss schwitzen und hat auch schon sehr bald genug. 2. 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