{"id":382,"date":"2016-02-08T21:28:28","date_gmt":"2016-02-08T20:28:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/?page_id=382"},"modified":"2016-02-08T21:28:28","modified_gmt":"2016-02-08T20:28:28","slug":"2016-gereimte-fastnachtspredigt-zu-1-korinther-131-13","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/?page_id=382","title":{"rendered":"2016: Gereimte Fastnachtspredigt zu 1. Korinther 13,1-13"},"content":{"rendered":"<p>1. Kor. 13,1-13 \u201eDas Hohelied der Liebe\u201c<br \/>\nGereimte Fastnachtspredigt<br \/>\nvon Kerstin Sch\u00e4fer, 7. Februar 2016<\/p>\n<p>1. Manche Dichter gibt es, die be-<br \/>\nn\u00f6tigen der Sachen vier:<br \/>\nEinen guten Reim auf \u201eLiebe\u201c,<br \/>\nFeder, Tinte und Papier.<\/p>\n<p>2. Wenn ich\u2019s wie Heinz Erhardt triebe<br \/>\nund bei diesem Reimwort bliebe,<br \/>\nund nicht auf den Text einhiebe,<br \/>\ndass der Sinn sich nicht verschiebe,<\/p>\n<p>3. und die Hoffnung nicht zerstiebe<br \/>\ndass ich Quintessenz draus siebe,<br \/>\nw\u00e4r\u2019s am besten, wenn ich schriebe:<br \/>\n\u00b4s geht um Glaube, Hoffnung, Liebe.<\/p>\n<p>4. Einen echten Bibel-Schlager<br \/>\nk\u00f6nnt\u2018 man diese Verse nennen.<br \/>\nOnkel, Nichte, Oma, Schwager\u2026<br \/>\nich kenn keine, die\u2019s nicht kennen.<\/p>\n<p>5. Vorzugsweis\u2018 zum Fest der Trauung<br \/>\nwird nach diesem Text gefragt,<br \/>\ndenn es dient wohl der Erbauung,<br \/>\nwas er \u00fcber Liebe sagt.<\/p>\n<p>6. In Kapitel dreizehn dieses<br \/>\nBriefs des Paulus nach Korinth,<br \/>\nund genau Vers dreizehn isses,<br \/>\nwo man diese Zeilen find\u2019t.<\/p>\n<p>7. Immerhin kein Aberglaube<br \/>\nh\u00e4lt die Menschen davon ab.<br \/>\nSchnell woll\u2019n sie unter die Haube<br \/>\nund sich treu sein bis ins Grab.<\/p>\n<p>8. Wird von Alten wie von Jungen<br \/>\ndieser Spruch so gern gew\u00e4hlt,<br \/>\nweil \u2013 so sagen b\u00f6se Zungen \u2013<br \/>\ndas Wort \u201eGott\u201c hier g\u00e4nzlich fehlt?<\/p>\n<p>9. Glauben, hoffen, dulden k\u00f6nnen<br \/>\nsoll die hochgepries\u2019ne Liebe.<br \/>\nDoch man k\u00f6nnt\u2018 sie nicht erkennen,<br \/>\nwenn nicht Gott ihr Ursprung bliebe.<\/p>\n<p>10. In der Zeitung stand geschrieben<br \/>\n&#8211; und ich glaub, es war kein Scherz &#8211;<br \/>\nwie es sich verh\u00e4lt beim Lieben:<br \/>\nLiebe, das sei \u201eSex mit Herz\u201c.<\/p>\n<p>11. Solcherart Kalenderspr\u00fcche<br \/>\nhab ich schon vor Jahr und Tag<br \/>\nl\u00e4ngst verbannt aus meiner K\u00fcche,<br \/>\nweil ich\u2019s einfach nicht ertrag\u2018.<\/p>\n<p>12. Auch den Spruch zum Lebenssinn,<br \/>\nder beginnt mit \u201eLiebe ist\u2026\u201c,<br \/>\nhab ich, wenn ich ehrlich bin,<br \/>\nvierzig Jahre nicht vermisst.<\/p>\n<p>13. Schau\u2019n wir auf die Unterhaltung<br \/>\n&#8211; Liedkunst, Kleinkunst, Kabarett -,<br \/>\nwas zur Zwischenmensch-Gestaltung<br \/>\nman wohl dort zu sagen h\u00e4tt\u2018.<\/p>\n<p>14. Das Programm von Hagen Rether,<br \/>\n\u201eLiebe\u201c, zeugt wohl von Humor.<br \/>\nMit Befremden merkt man sp\u00e4ter:<br \/>\nLiebe kommt dort gar nicht vor.<\/p>\n<p>15. In der Leipz\u2019ger Pfefferm\u00fchle<br \/>\ngeht die Liebe bald zur Neige.<br \/>\nBei dem Titel wird mir schw\u00fcle:<br \/>\n\u201eGlaube, Liebe, Selbstanzeige\u201c.<\/p>\n<p>16. Auch Wolf Biermann singt von \u201eGlauben,<br \/>\nHoffnung, Liebe,\u201c diese drei,<br \/>\nkommt dabei jedoch ins Schnauben,<br \/>\nweil das \u201eGeld\u201c das Gr\u00f6\u00dfte sei.<\/p>\n<p>17. Herbert Gr\u00f6nemeyer schlie\u00dflich<br \/>\nzeigt, was Mensch zum Menschen macht:<br \/>\n\u201eWeil er mitf\u00fchlt unverdrie\u00dflich,<br \/>\nhofft und liebt und glaubt und lacht.\u201c<\/p>\n<p>18. Lasst uns schau\u2019n auf \u201eEngelszungen\u201c,<br \/>\ndie der Paulus just beschreibt.<br \/>\nSie sind rasend schnell verklungen<br \/>\nwenn man\u2019s ohne Liebe treibt.<\/p>\n<p>19. Reden, die den Stein erweichen,<br \/>\nzart, bet\u00f6rend, fein und s\u00fc\u00df,<br \/>\nwerden niemanden erreichen,<br \/>\nsind vergleichsweis\u2018 \u201ef\u00fcr die F\u00fc\u00df\u201c;<\/p>\n<p>20. Reden wie ein Donnergrollen,<br \/>\nmachtvoll, drohend, polternd, stark,<br \/>\nw\u00e4ren ebenfalls verschollen,<br \/>\neh\u2018 zum End\u2018 sich neigt der Tag;<\/p>\n<p>21. Reden von Rhetorik-Meistern<br \/>\nund voll Unterhaltungswert,<br \/>\ndie durch sch\u00f6nen Schliff begeistern,<br \/>\nsind in Paulus\u2018 Sinn verkehrt &#8211;<\/p>\n<p>22. l\u00e4rmend wie ein Spielzeug-Klicker,<br \/>\nscheppernd wie \u00b4ne leere B\u00fcchs\u2018<br \/>\nvor dem Fu\u00df der jungen Kicker &#8211;<br \/>\nohne Liebe w\u00e4r\u2018n sie nix!<\/p>\n<p>23. Wenn die \u201eengelsgleichen\u201c Reden<br \/>\nnie von Gottes Liebe k\u00fcnden,<br \/>\nwerden Krieg und Streit und Fehden<br \/>\nauf die Dauer nicht verschwinden.<\/p>\n<p>24. Auch die Gabe der Propheten<br \/>\nspricht der Paulus ferner an:<br \/>\ndass in D\u00f6rfern und in St\u00e4dten<br \/>\nman die Zukunft deuten kann.<\/p>\n<p>25. An Geheimnis, an Erkenntnis,<br \/>\ngar an Glauben reich zu sein,<br \/>\nbringt nach Paulus\u2018schem Verst\u00e4ndnis<br \/>\nohne Liebe gar nichts ein.<\/p>\n<p>26. Wenn als Wissenschafts-Vertreter<br \/>\nich erkenne, was die Welt<br \/>\n\u00fcberhaupt und jetzt und sp\u00e4ter<br \/>\ninnerlich zusammenh\u00e4lt;<\/p>\n<p>27. wenn vor lauter gro\u00dfem Glauben,<br \/>\ndu schon mal \u00b4nen Berg versetzt,<br \/>\nund hast gleich darauf mit Trauben<br \/>\nvon Verehrern dich vernetzt;<\/p>\n<p>28. wenn ein Dritter kann uns sagen,<br \/>\nwie die n\u00e4chste Wahl ausgeht,<br \/>\nweil er auf geschicktes Fragen<br \/>\nund auf\u2019s Rechnen sich versteht;<\/p>\n<p>29. kann doch dem nicht viel gelingen,<br \/>\nder nicht auf die Liebe z\u00e4hlt,<br \/>\nweil mit Liebe in den Dingen<br \/>\nletztlich alles steht und f\u00e4llt.<\/p>\n<p>30. Wer den Armen spendet Kleider,<br \/>\nweil die Not zum Himmel schreit,<br \/>\nund bei der Aktion sich leider<br \/>\nblo\u00df von seinem M\u00fcll befreit,<\/p>\n<p>31. hat die Hilfe nicht verstanden,<br \/>\ndie er denen geben soll,<br \/>\ndie an Deutschlands Grenzen stranden.<br \/>\nHier geht\u2019s doch um deren Wohl.<\/p>\n<p>32. Wer vermeintlich gute Werke<br \/>\nnur mehr aus Berechnung tut,<br \/>\nzeigt nicht Glauben, Hoffnung, St\u00e4rke<br \/>\nund schon gar nicht Liebesglut.<\/p>\n<p>33. Kurz: Die Sprach\u2018 der Engelszungen,<br \/>\nWeisheit und auch Prophetie<br \/>\nsei von Liebe ganz durchdrungen,<br \/>\nSonst gelingt das Leben nie.<\/p>\n<p>34. Wer bis hierher sich noch freute,<br \/>\nweil er meint \u201edas kann ich doch\u201c,<br \/>\nden nimmt Paulus jetzt zur Seite,<br \/>\ndenn das Schwerste kommt erst noch:<\/p>\n<p>35. Liebe hat \u00b4nen langen Atem,<br \/>\nfreundlich ist sie noch dazu,<br \/>\nkann auf Gegenliebe warten<br \/>\nund dr\u00fcckt beide Augen zu.<\/p>\n<p>36. Niemals wird sie sich ereifern<br \/>\noder mit Verdiensten prahlen.<br \/>\nNie wird sie nach Rache geifern,<br \/>\num ein Unrecht heimzuzahlen.<\/p>\n<p>37. Liebe wird nie unanst\u00e4ndig,<br \/>\nsucht den eignen Vorteil nicht,<br \/>\nh\u00e4lt die Freundschaft stets lebendig,<br \/>\nstellt sich nicht ins rechte Licht,<\/p>\n<p>38. l\u00e4sst auch nicht zum Zorn sich reizen<br \/>\nund ist niemals schadenfroh.<br \/>\nFalschen Sp\u00f6ttern einzuheizen<br \/>\nunterl\u00e4sst sie sowieso.<\/p>\n<p>39. Liebe l\u00e4sst nie jemand\u2018 h\u00e4ngen,<br \/>\nsie vergibt die gr\u00f6\u00dfte Schuld,<br \/>\nsie befreit von allen Zw\u00e4ngen<br \/>\nund tr\u00e4gt alles mit Geduld.<\/p>\n<p>40. K\u00f6nn\u2019n wir uns darin erkennen<br \/>\nin dem grad\u2018 skizzierten Bild? &#8211;<br \/>\nernsthaft \u201eLiebende\u201c uns nennen,<br \/>\nselbstlos, gro\u00dfherzig und mild?<\/p>\n<p>41. Nein, so kann nur Gott uns lieben,<br \/>\nder sich gn\u00e4dig zu uns neigt.<br \/>\nWir soll\u2019n uns in Liebe \u00fcben,<br \/>\nwie sie Jesus Christus zeigt.<\/p>\n<p>42. Lasst mit ihm uns weiterstreben,<br \/>\nstatt auf Lorbeern auszuruh\u2019n,<br \/>\ndenn grad Jesus sagte eben:<br \/>\n\u201eOhne mich k\u00f6nnt ihr nichts tun.\u201c<\/p>\n<p>43. Gott schuf uns als menschlich\u2018 Wesen,<br \/>\njeden als sein eignes Kind,<br \/>\nhat als die uns auserlesen,<br \/>\ndie zur Liebe f\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>44. Jesus fasst f\u00fcr uns zusammen<br \/>\n&#8211; und die K\u00fcrze spricht f\u00fcr sich &#8211;<br \/>\nWorte, die uns soll\u2019n entflammen:<br \/>\n\u201eLieb\u2018 den N\u00e4chsten so wie dich!\u201c<\/p>\n<p>45. Und der Paulus schreibt geduldig,<br \/>\nwas es noch zu sagen gibt:<br \/>\n\u201eIhr seid niemand\u2018 etwas schuldig,<br \/>\nnur, dass ihr einander liebt.\u201c<\/p>\n<p>46. Auch sagt er, dass ganz am Ende<br \/>\nGlaube, Hoffnung, Liebe bleibt.<br \/>\nGut, dass er den Satz beh\u00e4nde<br \/>\nf\u00fcr uns in die Bibel schreibt!<\/p>\n<p>47. M\u00f6ge Frieden uns bewahren,<br \/>\nder in uns\u2019re Herzen scheint.<br \/>\nM\u00f6gen Liebe wir erfahren,<br \/>\nganz in Jesus Christ vereint.<br \/>\nAmen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Kor. 13,1-13 \u201eDas Hohelied der Liebe\u201c Gereimte Fastnachtspredigt von Kerstin Sch\u00e4fer, 7. Februar 2016 1. Manche Dichter gibt es, die be- n\u00f6tigen der Sachen vier: Einen guten Reim auf \u201eLiebe\u201c, Feder, Tinte und Papier. 2. 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