{"id":575,"date":"2021-02-14T17:01:21","date_gmt":"2021-02-14T16:01:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/?page_id=575"},"modified":"2022-03-01T21:55:47","modified_gmt":"2022-03-01T20:55:47","slug":"lukas-10-38-42-maria-und-marta-das-gute-teil","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/?page_id=575","title":{"rendered":"2021: Gereimte Fastnachtspredigt zu  Lukas 10, 38-42"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>\u201eMaria und Marta\u201c \u2013 Das gute Teil<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>38 Als sie aber weiterzogen,\nkam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf.<\/p>\n\n\n\n<p>39 Und sie hatte eine\nSchwester, die hie\u00df Maria; die setzte sich dem Herrn zu F\u00fc\u00dfen und h\u00f6rte seiner\nRede zu.<\/p>\n\n\n\n<p>40 Marta aber machte sich\nviel zu schaffen, ihnen zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst\ndu nicht danach, dass mich meine Schwester l\u00e4sst allein dienen? Sage ihr doch,\ndass sie mir helfen soll!<\/p>\n\n\n\n<p>41 Der Herr aber antwortete\nund sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und M\u00fche.<\/p>\n\n\n\n<p>42 Eins aber ist not. Maria\nhat das gute Teil erw\u00e4hlt; das soll nicht von ihr genommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gereimte Fastnachtspredigt<\/strong><br>von Kerstin Sch\u00e4fer, 14. Februar 2021<\/p>\n\n\n\n<p>1) Es kommt auf seinem langen Wege<br>der Jesus heut in Martas Haus,<br>und dieses sieht dank Martas Pflege<br>h\u00fcbsch aufger\u00e4umt und reinlich aus.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Doch Marta sieht die Zahl der G\u00e4ste<br>und denkt sich gleich: \u201eO Gott, o Gott,<br>was trag ich denn bei diesem Feste<br>an Gutem auf und was tut not?<\/p>\n\n\n\n<p>3) Zun\u00e4chst mal rei\u00df ich alle T\u00fcren<br>und auch die Fenster ganz weit auf.<br>Hinaus, hinaus mit allen Viren!<br>Die gibt\u2019s ja leider heut zu Hauf.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Es klingt doch wohl nicht zu vermessen,<br>wenn ich die Herren weis\u2018 zurecht,<br>dass jeder bitte vor dem Essen<br>sich erst einmal die H\u00e4nde w\u00e4scht.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Die Klinken und auch die Gel\u00e4nder<br>sind abgewischt heut Morgen schon.<br>Wo find ich denn jetzt blo\u00df die Spender<br>mit dieser Hand-Desinfektion?<\/p>\n\n\n\n<p>6) Die Alltagsmasken, die wir tragen,<br>die zieh\u2018n wir \u00fcber Nas\u2018 und Mund!<br>Ihr braucht euch gar nicht zu beklagen;<br>das h\u00e4lt uns hoffentlich gesund!<\/p>\n\n\n\n<p>7) Und auch die H\u00e4lfte aller St\u00fchle<br>tr\u00e4gt neuerdings ein lila Band,<br>denn das verschafft in dem Gew\u00fchle<br>uns einen Sicherheitsabstand.<\/p>\n\n\n\n<p>8) Nun h\u00e4tt\u2018 ich\u2018s beinah noch vergessen<br>im ganzen Sorgfalts-Dauerlauf:<br>Die Herren wollten doch was essen.<br>Ich geh sogleich und trag was auf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>9) Damit enteilt sie in die K\u00fcche<br>und schaut, ob auch das Essen reicht:<br>Oliven, Brote, Fleisch und Fische.<br>Die Marta macht es sich nicht leicht.<\/p>\n\n\n\n<p>10) Sie kocht und br\u00e4t in allen Pfannen<br>ein ausgesproch\u2018nes Festtagsmahl<br>f\u00fcr Jesus und f\u00fcr seine Mannen<br>und kommt damit zum Speisesaal.<\/p>\n\n\n\n<p>11) Sogleich wird ihre Last noch schwerer:<br>Wie angewurzelt stand sie da,<br>als sie erst auf den gro\u00dfen Lehrer<br>und dann auf ihre Schwester sah.<\/p>\n\n\n\n<p>12) Die Marta hat in ihrer Eile<br>es kaum geschafft, den Herrn zu gr\u00fc\u00dfen,<br>da sitzt schon seit geraumer Weile<br>Maria faul zu Jesu F\u00fc\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>13) \u201eDer Schlendrian wird jetzt beendet!\u201c<br>Darauf ist Marta ganz erpicht,<br>worauf sie sich an Jesus wendet,<br>dass der jetzt mal ein Machtwort spricht.<\/p>\n\n\n\n<p>14) \u201eSchau sie dir an, die olle Triene!<br>Wie kommt\u2018s, dass du dich gar nicht fragst,<br>warum ich dir alleine diene,<br>und sie nicht in die K\u00fcche jagst?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>15) \u201eDu machst viel Sorgen dir und M\u00fche,\u201c<br>sagt Jesus zu der guten Frau.<br>\u201eDu drischst das Korn und melkst die K\u00fche.<br>Na klar, ich sehe das genau.<\/p>\n\n\n\n<p>16) Doch lass dir heute eines sagen,<br>auch wenn dir das grad nicht gef\u00e4llt:<br>Maria werd ich nicht verjagen;<br>sie hat das gute Teil erw\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>17) Und das wird nicht von ihr genommen,<br>denn dieses eine, das tut not.<br>Ein jeder sollte das bekommen,\u201c<br>sagt Jesus, \u201ewie das t\u00e4glich Brot.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>18) Es muss erst ins Bewusstsein sickern.<br>Ich bin heut Marta \u2013 tut mir leid.<br>Was will der Jesus mir verklickern?<br>Ich hab jetzt nur zum Kochen Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>19) Und auch zum Sp\u00fclen, Waschen, Putzen,<br>da brauch ich keinen guten Rat.<br>Da muss ich jede Stunde nutzen,<br>dass alles seine Ordnung hat.<\/p>\n\n\n\n<p>20) Was w\u00fcrde es Maria n\u00fctzen,<br>die ihren M\u00fc\u00dfiggang jetzt pflegt,<br>auf diesem Boden hier zu sitzen,<br>wenn ich den nicht h\u00e4tt\u2018 blankgefegt!?<\/p>\n\n\n\n<p>21) Wie sollt\u2018 sie geist\u2019ge Nahrung essen,<br>wenn ich nicht ihr Versorger w\u00e4r\u2018?<br>Sie h\u00e4tt\u2018 den Einkauf glatt vergessen.<br>Dann w\u00e4r\u2018 die Vorratskammer leer!<\/p>\n\n\n\n<p>22) Ich w\u00fcrd\u2018 auch gern bei Jesus sitzen<br>und h\u00e4tt\u2018 ihm gern mein Ohr geborgt.<br>Doch ich muss r\u00f6deln, schaffen, flitzen,<br>weil sich das Haus nicht selbst versorgt.<\/p>\n\n\n\n<p>23) Das Schlimmste ist bei der Geschichte:<br>Dieweil es in mir schreit und tobt,<br>weil ich allein das Essen richte,<br>da wird Maria noch gelobt!<\/p>\n\n\n\n<p>24) Sie h\u00e4tt\u2018 das bessre Teil ergattert<br>aufgrund ihrer Kontemplation,<br>w\u00e4hrend bei mir das Herzband flattert.<br>Ich find mich nah am Burnout schon.<\/p>\n\n\n\n<p>25) \u201eMoment! Wir wolln\u2019s nicht \u00fcbertreiben,\u201c<br>stoppt Jesus die Gedankenflut,<br>\u201eund sch\u00f6n bei meinem Wortlaut bleiben:<br>Es hie\u00df nicht \u201abesser\u2018, sondern \u201agut\u2018.<\/p>\n\n\n\n<p>26) Das gute Teil sich zu erw\u00e4hlen<br>ist keine faule Fr\u00f6mmelei.<br>Zu h\u00f6r\u2018n, was ich hab\u2018 zu erz\u00e4hlen,<br>das steht dir ganz genauso frei.<\/p>\n\n\n\n<p>27) Dass du den Haushalt h\u00e4ltst am Laufen,<br>das hab\u2018 ich gar nicht kritisiert.<br>Doch sollst du erst einmal verschnaufen,<br>dass dir kein Ungl\u00fcck noch passiert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>28) Vielleicht l\u00e4sst Marta sich jetzt nieder,<br>statt weiter frisches Brot zu r\u00f6sten,<br>und l\u00e4sst sich auch durch solche Lieder<br>wie das von Georg Neumark tr\u00f6sten:<\/p>\n\n\n\n<p>29) \u201eDenk nicht in deiner Drangsalshitze,<br>dass du von Gott verlassen seist<br>und dass ihm der im Scho\u00dfe sitze,<br>der sich mit stetem Gl\u00fccke speist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>30) Mit Sorgen, M\u00fchen und mit Gr\u00e4men<br>und dadurch, dass man sich verrenkt,<br>kann man das Gute sich nicht nehmen.<br>Das gute Teil wird uns geschenkt!<\/p>\n\n\n\n<p>31) So steht es auch in vielen Psalmen:<br>\u201eGott ist mein Licht und auch mein Heil.\u201c<br>Das Volk begr\u00fc\u00dft den Herrn mit Palmen<br>als \u201eseines Herzens Trost und Teil.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>32) Psalm sechzehn spricht vom guten Leben:<br>\u201eMir fiel mein Los auf lieblich Land.<br>Das Erbteil, das mir ward gegeben,<br>das kommt direkt aus Gottes Hand.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>33) Auch auf Paul Gerhardt woll\u2019n wir h\u00f6ren,<br>der singt so gern \u201emit Herz und Mund\u201c.<br>Er kennt die s\u00fc\u00dfen Himmelslehren<br>und singt und macht auf Erden kund:<\/p>\n\n\n\n<p>34) \u201eWohlauf, mein Herze, sing und springe.<br>Dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil,<br>dein Gott, der Ursprung aller Dinge,<br>er ist dein Schatz, dein Erb und Teil.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>35) \u201eIhn, ihn allein lass tun und walten,<br>er ist f\u00fcrwahr ein weiser F\u00fcrst<br>und wird sich oftmals so verhalten,<br>dass du dich dr\u00fcber wundern wirst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>36) \u201eWohl dem,\u201c sagt Paul, \u201eder einzig schauet<br>nach Jakobs Gott und seinem Heil.<br>Wer dem sich g\u00e4nzlich anvertrauet,<br>der hat, wei\u00df Gott, das beste Teil.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>37) In weit\u2019ren Liedern fand ich Worte,<br>die helfen zum Verst\u00e4ndnis viel:<br>Nebst \u201eTut mir auf die sch\u00f6ne Pforte\u201c<br>\u201eSuch, wer da will, ein ander Ziel\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>38) \u201eWenn du, Herr, redest, will ich h\u00f6ren,<br>so sei dein Wille stets erf\u00fcllt.<br>Und nichts soll meine Andacht st\u00f6ren,<br>aus dir der Brunn des Lebens quillt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>39) \u201eIhr Menschen, die das Heil begehret,<br>ach, sucht doch den, lasst alles steh\u2019n.<br>Er ist es, der euch Trost gew\u00e4hret.\u201c<br>\u201eEs ist zu eurem Heil gescheh\u2019n.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>40) Das ist doch schon mal faszinierend,<br>was alte Liederdichter schreiben,<br>die Bibel-Texte stets flankierend,<br>damit die im Ged\u00e4chtnis bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>41) Ich meine hier an erster Stelle<br>zun\u00e4chst das Neue Testament.<br>Da sitzt nat\u00fcrlich an der Quelle,<br>wer Jesus ganz pers\u00f6nlich kennt.<\/p>\n\n\n\n<p>42) Es soll sich niemand daf\u00fcr sch\u00e4men,<br>zu sitzen nah bei Gottes Sohn.<br>\u201eKinder, das kann uns keiner nehmen!\u201c<br>Das wusste meine Oma schon.<\/p>\n\n\n\n<p>43) An alle, die mit krummem R\u00fccken<br>zum Dienst am N\u00e4chsten sind bereit:<br>\u201eKommt her, ich will euch all\u2018 erquicken,<br>die ihr mit M\u00fch\u2019n beladen seid.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>44) \u201eDer Menschensohn ist nicht gekommen,<br>damit er sich bedienen l\u00e4sst,\u201c<br>die Botschaft ist noch nicht verglommen,<br>denn er dient uns; soviel steht fest.<\/p>\n\n\n\n<p>45) Er dient, damit am Feiertage<br>man als Gemeinde sich vereint<br>und seine Worte weitertrage.<br>Das ist mit \u201eGottesdienst\u201c gemeint.<\/p>\n\n\n\n<p>46) Leibsorge rund um Kleidung, Essen,<br>die steht jetzt einfach hintenan.<br>Seelsorge darf man nicht vergessen:<br>Nur eins ist not. Das ist jetzt dran.<\/p>\n\n\n\n<p>47) Wenn ich mich hier so reden h\u00f6re,<br>wird Marta in mir ziemlich klein,<br>auf die ich sonst so heftig schw\u00f6re.<br>Sollt\u2018 ich nicht doch Maria sein?<\/p>\n\n\n\n<p>48) Nun sing ich schon seit Ewigkeiten:<br>\u201eIch selber kann und mag nicht ruh\u2019n.\u201c<br>Doch eins muss mich dabei begleiten:<br>\u201eDes gro\u00dfen Gottes gro\u00dfes Tun.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>49) \u201eSchaut nur die V\u00f6gel unterm Himmel,<br>die tragen nicht des Landmanns Joch.<br>Die st\u00fcrzen sich in das Get\u00fcmmel,<br>und unser Vater n\u00e4hrt sie doch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>50) Sind wir als seine Menschenkinder<br>nicht mindestens das Gleiche wert?<br>Es lebt wahrscheinlich nicht ges\u00fcnder,<br>wer blo\u00df im Hamsterrad verkehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>51) Was soll\u2019n wir weiterhin beachten?<br>Der Jesus hat uns eingebl\u00e4ut,<br>\u201ezuerst nach Gottes Reich zu trachten<br>und nach seiner Gerechtigkeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>52) Drum, Kinder, sorgt euch nicht um morgen,<br>denn Jesus b\u00fcrgt mit seinem Namen:<br>Der Tag wird f\u00fcr sich selber sorgen.<br>Wir haben sein Versprechen. Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMaria und Marta\u201c \u2013 Das gute Teil 38 Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. 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