{"id":669,"date":"2022-03-02T18:21:55","date_gmt":"2022-03-02T17:21:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/?page_id=669"},"modified":"2022-03-02T20:00:55","modified_gmt":"2022-03-02T19:00:55","slug":"2022-gereimte-fastnachtspredigt-zu-markus-8-31-38","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/?page_id=669","title":{"rendered":"2022: Gereimte Fastnachtspredigt zu Markus 8, 31-38"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die erste Ank\u00fcndigung von Jesu Leiden und Auferstehung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>31&nbsp;Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den \u00c4ltesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und get\u00f6tet werden und nach drei Tagen auferstehen. 32&nbsp;Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. 33&nbsp;Er aber wandte sich um, sah seine J\u00fcnger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh hinter mich, du Satan! Denn du meinst nicht, was g\u00f6ttlich, sondern was menschlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Von der Nachfolge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>34&nbsp;Und er rief zu sich das Volk samt seinen J\u00fcngern und sprach zu ihnen: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. 35&nbsp;Denn wer sein Leben behalten will, der wird&#8217;s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird&#8217;s behalten. 36&nbsp;Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele? 37&nbsp;Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele ausl\u00f6se? 38&nbsp;Wer sich aber meiner und meiner Worte sch\u00e4mt unter diesem ehebrecherischen und s\u00fcndigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn sch\u00e4men, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gereimte Fastnachtspredigt<\/strong><br>von Kerstin Sch\u00e4fer,  27. Februar 2022<\/p>\n\n\n\n<p>1. Einstmals zog Jesus durch die W\u00fcste,<br>um dort mit sich allein zu sein.<br>Prompt sprach der Teufel zu ihm: \u201eSiehste,<br>ich kann dir gro\u00dfe Macht verleih\u2019n.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Die gold\u2019nen Felder, bunten Wiesen,<br>im tiefen Tal der klare Bach,<br>Weinberge, W\u00e4lder dir zu F\u00fc\u00dfen,<br>die sind f\u00fcr dich, folgst du mir nach.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>3. Doch Jesus hat dem widerstanden.<br>Er sagt zum Teufel deutlich: \u201eB\u2019halts!\u201c<br>Und so erhielt in deutschen Landen<br>der Landstrich seinen Namen \u201ePfalz\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Nun lasst uns auf den Ausschnitt schauen,<br>den uns die Bibel heut\u2018 beschert:<br>Wir sind in Galil\u00e4as Auen.<br>Das Leben scheint recht unbeschwert.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Grad fragt der Jesus seine J\u00fcnger:<br>\u201eWas glaubt denn ihr so, wer ich sei?\u201c<br>Schon hebt der Petrus seinen Finger:<br>\u201eDu bist der Christus \u2013 einwandfrei!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>6. Der Petrus, \u201eFels\u201c nach Jesu Worten,<br>auf dem er die Gemeinde baut,<br>folgt seinem Herrn zu allen Orten,<br>weil er ihm gleichsam blind vertraut.<\/p>\n\n\n\n<p>7. Die J\u00fcnger sind auch sehr begeistert,<br>als Jesus einen Blinden heilt,<br>der daraufhin sein Leben meistert<br>und frohgemut nach Hause eilt.<\/p>\n\n\n\n<p>8. Wenn Jesus Gleichnisse verwendet<br>von Knechten, S\u00e4mann, Ohren, Licht,<br>dann sind die J\u00fcnger ganz geblendet,<br>selbst wenn er mal in R\u00e4tseln spricht.<\/p>\n\n\n\n<p>9. Hat er nicht anfangs gleich verk\u00fcndet,<br>wie nahe das Reich Gottes sei?<br>Die Hoffnung scheint nicht unbegr\u00fcndet.<br>\u201eAuf, lasst uns gehn! Wir sind dabei!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>10. Pl\u00f6tzlich sagt Jesus frei und offen:<br>\u201eAb jetzt beginnt die Leidenszeit.\u201c<br>Die J\u00fcnger steh\u2018n und seh\u2018n betroffen:<br>Dazu sind sie noch nicht bereit.<\/p>\n\n\n\n<p>11. Wenn uns ein Mensch, den wir verehren,<br>er\u00f6ffnet: \u201eKind, ich sterbe bald,\u201c<br>dann woll\u2019n wir uns dagegen wehren:<br>\u201eQuatsch, du wirst hundert Jahre alt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>12. Auch Petrus str\u00e4uben sich die Haare,<br>als Jesus hier vom Sterben spricht.<br>Drum protestiert er: \u201eGott bewahre!<br>Das widerfahre dir nur nicht!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>13. Er will auf Jesus nicht verzichten,<br>und also schlie\u00dft er messerscharf:<br>Kein fremder Herrscher darf ihn richten,<br>weil nicht sein kann, was nicht sein darf.<\/p>\n\n\n\n<p>14. Doch Jesus kommen Petrus\u2018 Worte<br>buchst\u00e4blich in den falschen Hals.<br>Versucher von der \u00fcblen Sorte,<br>die kennt er doch schon aus der \u201ePfalz\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>15. Will ihn der J\u00fcnger jetzt verf\u00fchren,<br>so wie er das von Satan kennt?<br>Ist Aufruhr, Zweifel, Zwietracht sch\u00fcren<br>sein eigentliches Element?<\/p>\n\n\n\n<p>16. 1Er gei\u00dfelt den mit scharfen Worten,<br>der nie von seiner Seite wich,<br>um ihn gleich richtig zu verorten:<br>\u201eHinweg, du Satan! Hinter mich!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>17. Die neuste Bibel\u00fcbersetzung<br>lehnt sich stark an den Urtext an:<br>Im Sinne einer \u201eStrafversetzung\u201c<br>stellt Jesus Petrus hinten an.<\/p>\n\n\n\n<p>18. Der J\u00fcnger soll ihn nicht behindern,<br>ihm tunlichst nicht im Wege steh\u2018n.<br>Er will im Dienst an Gottes Kindern<br>den Weg ans Kreuz zu Ende geh\u2018n.<\/p>\n\n\n\n<p>19. Aus Menschensicht ist das verst\u00e4ndlich,<br>dass Petrus sich dagegen wehrt.<br>Zwar ist das Leben nun mal endlich,<br>doch solch ein Tod scheint ihm verkehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>20. Er will doch seinen Herrn besch\u00fctzen,<br>der Menschen speist und Kranke heilt.<br>Wem sollt\u2018 es bittesch\u00f6n denn n\u00fctzen,<br>wenn Jesus ins Verderben eilt?!<\/p>\n\n\n\n<p>21. Das Herz der Jesus-Fan-Bewegung,<br>das hier in Galil\u00e4a schl\u00e4gt,<br>zeigt das nicht seine wahre Pr\u00e4gung,<br>wenn man sich nicht weit weg bewegt?<\/p>\n\n\n\n<p>22. Lass noch mehr Gleichnisse uns h\u00f6ren<br>von V\u00f6geln, Lilien auf dem Feld,<br>vom Weinberg, Saat und Senfkorn-Lehren.<br>Bleib bei uns, Christus, unser Held!<\/p>\n\n\n\n<p>23. Wir woll\u2019n sie weiterhin genie\u00dfen,<br>die s\u00fc\u00dfe Zone des Komforts.<br>Kein Mensch soll Fastnacht uns vermiesen,<br>den H\u00f6hepunkt unsres Humors.<\/p>\n\n\n\n<p>24. Wir wolln\u2019s uns weiter gut geh\u2018n lassen<br>beim Kurztrip \u00fcbern gro\u00dfen Teich,<br>und jubeln, feiern, hoch die Tassen!<br>Man zahlt ja CO<sub>2<\/sub>-Ausgleich.<\/p>\n\n\n\n<p>25. Wir wollen mit der Seele baumeln<br>am S\u00fcdsee-Palmenstrand entlang.<br>Veranstalter sind l\u00e4ngst am Taumeln.<br>Doch wir, wir halten sie in Gang!<\/p>\n\n\n\n<p>26. Manch einer f\u00fchlt sich erst lebendig,<br>wenn er den h\u00f6chsten Berg besteigt.<br>Nahtod-Erfahrung ist heut trendig,<br>besonders wenn`s die Masse liked.<\/p>\n\n\n\n<p>27. Im Kreuzfahrtschiff von edlem Stile<br>fahr\u2019n wir nach Nord, S\u00fcd, West und Ost<br>und halten dort die Krokodile<br>f\u00fcr Rettungsboote von Lacoste.<\/p>\n\n\n\n<p>28. Wir sehen keinen Grund zu jammern,<br>trotz D\u00fcrre, Sturmflut, Erdrutsch, Blitz.<br>Der Strohhalm, an den wir uns klammern,<br>steckt in \u00b4nem Glas Aperol Spritz.<\/p>\n\n\n\n<p>29. Nur sollten wir\u2019s nicht \u00fcbertreiben<br>mit unserm Tanz auf dem Vulkan<br>und immer sch\u00f6n am Boden bleiben.<br>Sonst bricht der \u00dcbermut sich Bahn.<\/p>\n\n\n\n<p>30. \u201eIhr st\u00fcrzt euch doch von ei\u2019m Vergn\u00fcgen<br>kopf\u00fcber gleich ins n\u00e4chste bald.\u201c<br>So pflegte Opa uns zu r\u00fcgen.<br>Da war\u2018n wir blo\u00df im Odenwald!<\/p>\n\n\n\n<p>31. Doch jetzt mal wirklich Spa\u00df beiseite!<br>Ich denk, es ist noch nicht zu sp\u00e4t<br>&nbsp;&#8211; obwohl Zynismus ich verbreite &#8211;<br>dass unsre Welt nicht untergeht.<\/p>\n\n\n\n<p>32. Wir schau\u2019n auf unsre Bibelstelle,<br>wo Jesus ruft: Kommt hinter mich!<br>Hier h\u00f6r\u2018n wir es aus erster Quelle:<br>Ein jeder nehm\u2018 sein Kreuz auf sich.<\/p>\n\n\n\n<p>33. Das gilt nicht nur f\u00fcr jene Leute,<br>zu denen Jesus damals sprach.<br>Das gilt genauso f\u00fcr uns heute.<br>Nun nimm dein Kreuz und folg ihm nach!<\/p>\n\n\n\n<p>34.\u201eWarum sollt\u2018 ich mein Kreuz denn tragen,<br>das ist f\u00fcr mich doch viel zu schwer,\u201c<br>fragt mancher jetzt mit Unbehagen,<br>und findet\u2019s \u201eirgendwie nicht fair.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>35. Ist das denn fair, dass Stra\u00dfenkinder,<br>komplett auf sich allein gestellt,<br>geraten oft an Menschenschinder,<br>die damit wittern gro\u00dfes Geld?!<\/p>\n\n\n\n<p>36. Ist das denn fair, dass Obdachlose<br>in unsrer reichen Stadt campier\u2019n<br>mit Pappkartons aus Zellulose,<br>und beinah\u2018 \u00fcber Nacht erfrier\u2019n?!<\/p>\n\n\n\n<p>37. Ist das denn fair, wenn Altenheime<br>die Pforten schlie\u00dfen f\u00fcr Besuch,<br>weil eine Anzahl winz\u2019ger Keime<br>verbunden ist mit gro\u00dfem Fluch?!<\/p>\n\n\n\n<p>38. Ein Mann wie Johann Hinrich Wichern,<br>der Kindern ein Zuhause schenkt,<br>der h\u00f6rt sie bald schon wieder kichern,<br>weil Kind-Sein mit Vertrau\u2019n anf\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>39. Wenn einer ohne viel Geschwafel<br>Bed\u00fcrftigen gibt Wurst und Brot<br>von unsrer reich gedeckten Tafel,<br>dann hilft das auch schon in der Not.<\/p>\n\n\n\n<p>40. Und au\u00dferdem \u2013 ihr werdet lachen &#8211;<br>ein Mittel gegen Einsamkeit<br>ist, sich zur Oma aufzumachen.<br>Dann ist man immerhin zu zweit.<\/p>\n\n\n\n<p>41. Wir sollten\u2019s uns zu eigen machen,<br>das Leid der andern um uns her,<br>der Alten, Kranken, Armen, Schwachen,<br>dann ist ihr Kreuz nicht mehr so schwer.<\/p>\n\n\n\n<p>42. Wenn man in Zeiten von Corona<br>das tausendfache Leid bemerkt,<br>dann hilft uns Jesus in persona,<br>indem er uns den R\u00fccken st\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p>43. Und R\u00fccken-St\u00e4rken hei\u00dft am Ende,<br>dass jeder Mensch, ob Frau, ob Mann,<br>vermittelst seiner eignen H\u00e4nde<br>sein eignes Kreuz auch tragen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>44. Dass wir einander dienen sollen,<br> &#8211; so sagt mein Konfirmandenspruch &#8211;<br>um anderen Respekt zu zollen,<br>das steht sogar im Petrus-Buch.<\/p>\n\n\n\n<p>45. So wird aus diesem braven Manne<br>ein starker Fels im Endeffekt.<br>Die eine oder andre Panne<br>hat die Gemeinschaft weggesteckt.<\/p>\n\n\n\n<p>46. H\u00e4tt\u2018 unsereins an Petrus\u2018 Stelle<br>nicht auch verleugnet seinen Herrn,<br>damit die H\u00e4scher auf die Schnelle<br>ihn nicht gleich vor den Richtstuhl zerr\u2018n?<\/p>\n\n\n\n<p>47. Wer \u00e4ngstlich h\u00e4ngt an seinem Leben<br>und f\u00fchlt sich dabei schwach und klein,<br>dem wird auch Jesus gern vergeben<br>und helfen aus der Angst und Pein.<\/p>\n\n\n\n<p>48. Doch wenn wir wie die eitlen Pfauen<br>auf Glanz und Glamour sind bedacht<br>und nur auf unsren Nabel schauen,<br>dann haben wir was falsch gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>49. Geht einer mit dem Reichtum baden,<br>weil er den Hals nicht voll gekriegt,<br>dann nimmt auch seine Seele Schaden,<br>was insgesamt viel schwerer wiegt.<\/p>\n\n\n\n<p>50. Genauso wenn sich einer br\u00fcstet<br>und meint, er sei ein toller Hecht,<br>dann zeigt sich Jesus ganz entr\u00fcstet<br>von diesem \u201es\u00fcndigen Geschlecht\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>51. Er stellt uns kr\u00e4ftig in den Senkel,<br>wom\u00f6glich bis ins vierte Glied,<br>von Kindeskind bis Enkelsenkel,<br>noch ehe man sich recht versieht.<\/p>\n\n\n\n<p>52. Es kann sich also durchaus lohnen,<br>dem Teufel strikt zu widerstehn<br>und Jesu Lehren beizuwohnen,<br>um dann auch wieder Land zu sehn.<\/p>\n\n\n\n<p>53. Das Land, das wir mit ihm bereisen<br>&nbsp;&#8211; das w\u00fcnsche ich uns jedenfalls &#8211;<br>wird sich als wundersch\u00f6n erweisen,<br>sogar noch sch\u00f6ner als die Pfalz.&nbsp;&nbsp;Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Ank\u00fcndigung von Jesu Leiden und Auferstehung 31&nbsp;Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den \u00c4ltesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und get\u00f6tet werden und nach drei Tagen auferstehen. 32&nbsp;Und er redete das Wort frei und offen. 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