{"id":816,"date":"2025-03-06T14:12:16","date_gmt":"2025-03-06T13:12:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/?page_id=816"},"modified":"2025-03-06T16:08:15","modified_gmt":"2025-03-06T15:08:15","slug":"lk-10-38-42-maria-und-marta-das-gute-teil","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kerstins-kirchenkabarett.de\/?page_id=816","title":{"rendered":"2025: Gereimte Fastnachtspredigt zu Lukas 10, 38-42 \u201eMaria und Marta \u2013 Das gute Teil&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>38 Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf.<\/p>\n\n\n\n<p>39 Und sie hatte eine Schwester, die hie\u00df Maria; die setzte sich dem Herrn zu F\u00fc\u00dfen und h\u00f6rte seiner Rede zu.<\/p>\n\n\n\n<p>40 Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihnen zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester l\u00e4sst allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll!<\/p>\n\n\n\n<p>41 Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und M\u00fche.<\/p>\n\n\n\n<p>42 Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erw\u00e4hlt; das soll nicht von ihr genommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gereimte Fastnachtspredigt<\/strong><br>Lk. 10, 38-42 \u201eMaria und Marta\u201c<br>von Kerstin Sch\u00e4fer, 2. M\u00e4rz 2025<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Hmmmmm!<br>Der Lammbraten ist top gelungen:<br>Sch\u00f6n kross und saftig, zart und frisch.<br>Ein Festtagsmahl f\u00fcr Kenner-Zungen,<br>das bringt die Marta auf den Tisch.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Dazu die knusprig-leck\u2018ren Brote,<br>Oliven\u00f6l, sehr fein gew\u00fcrzt,<br>ein Wein mit ganz besond\u2019rer Note.<br>Ein Narr, wer sich da nicht drauf st\u00fcrzt!<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Die D\u00fcfte, die zum Himmel steigen,<br>sie sind f\u00fcrwahr die reinste Wonne.<br>Oliven, Trauben, Datteln, Feigen,<br>sie glitzern taufrisch in der Sonne.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Die M\u00e4nner liegen l\u00e4ngst zu Tische<br>und drau\u00dfen wuselt flink das Weib.<br>Es kocht die Marta in der K\u00fcche<br>sich fast die Seele aus dem Leib.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Die Seele aus dem Leib zu kochen<br>ist sicher nicht grad zu empfehlen.<br>Mich treibt das um seit vielen Wochen.<br>Die Seele w\u00fcrd\u2018 uns schmerzlich fehlen.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Was ist wohl wichtiger im Leben?<br>Der Leib wird irgendwann erkalten.<br>Es gilt nach H\u00f6herem zu streben:<br>Die Seele, die muss ewig halten.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Noch immer seh\u2019n wir Marta eilen.<br>Gastfreundschaft ist ein hohes Gut.<br>Sie g\u00f6nnt sich nicht, mal zu verweilen,<br>so wie es die Maria tut.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Sie tritt vielmehr mit Zornesmiene<br>dem Jesus alsbald vors Gesicht:<br>\u201eDass ich hier ganz alleine diene,<br>Herr Jesus, danach fragst du nicht?\u201c<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>\u201eHerr, fragst du nicht, ob wir ersaufen?\u201c<br>so fragten auch die J\u00fcnger einst.<br>\u201eDie Wellen sp\u00fcl\u2019n uns \u00fcber \u2018n Haufen,<br>derweil du sanft zu ruhen scheinst.\u201c<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Die Wellen und den Sturm zu stillen,<br>gelingt dem Jesus ganz entspannt.<br>Er unterwirft sie seinem Willen.<br>Er nimmt auch Marta an die Hand:<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>\u201eDu machst viel M\u00fche dir und Sorgen,\u201c<br>erwidert Jesus allsogleich,<br>\u201edoch bleibt die Botschaft dir verborgen,<br>die Botschaft \u00fcber Gottes Reich.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>&nbsp;Siehst du die V\u00f6gel unterm Himmel?<br>Das hab ich doch schon oft erkl\u00e4rt.<br>Sie st\u00fcrzen sich in das Get\u00fcmmel.<br>Die brauchen keinen eignen Herd.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Siehst du die Lilien auf dem Felde?<br>&#8211; grad nicht, es ist erst Februar &#8211;<br>Doch zeigt sich ihre Pracht in B\u00e4lde,<br>so sorglos wie in jedem Jahr.\u201c<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Jetzt wollt ich euch einmal verwirren.<br>Mit Februar, das war ein Scherz.<br>Doch ihr lasst euch nicht leicht beirren.<br>Wir haben jetzt nat\u00fcrlich M\u00e4rz. (mit \u201e\u00e4\u201c)<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>&nbsp;\u201eDu hast das Wichtigste vergessen,\u201c<br>wirft Marta jetzt beharrlich ein.<br>\u201eWer sorgt denn bittesch\u00f6n f\u00fcrs Essen?<br>Das macht sich doch nicht von allein.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Nun nimm zum Beispiel meine Schwester:<br>Sie legt die H\u00e4nde in den Scho\u00df,<br>und ich bin folglich noch gestresster.<br>Herr, warum duldest du das blo\u00df?<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Maria sitzt zu deinen F\u00fc\u00dfen,<br>weil du zu predigen geruhst,<br>und ich muss daf\u00fcr auch noch b\u00fc\u00dfen.\u201c<br>Die Marta zeigt sich not amused.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>\u201eMoment mal, b\u00fc\u00dfen muss hier keiner,\u201c<br>bremst Jesus jetzt die Marta aus,<br>\u201enun mach dich doch nicht k\u00fcnstlich kleiner,<br>es ist doch schlie\u00dflich auch dein Haus.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Du kannst dich ruhig zu uns setzen,\u201c<br>nimmt er den Wind ihr aus den Segeln,<br>\u201eund kannst, statt wild herum zu hetzen,<br>dich einfach mal herunter pegeln.\u201c<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Maria lauscht auf Jesu Lehren.<br>Das ist es, was gerade z\u00e4hlt,<br>das sollte niemand ihr verwehren.<br>Sie hat das gute Teil gew\u00e4hlt.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>\u201eUnd das wird nicht von ihr genommen,\u201c<br>stellt Jesus jetzt energisch fest.<br>Die Marta f\u00fchlt sich so beklommen,<br>dass sie das Wuseln jetzt mal l\u00e4sst.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Derweil zieht Jesus durch sein Reden<br>die H\u00f6rerschaft in seinen Bann.<br>Und jetzt erreicht er wirklich jeden.<br>Auch Marta sp\u00fcrt: Das ist jetzt dran.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Ab jetzt entspannen sich die Mienen<br>&#8211; endlich vom K\u00fcchendienst befreit.<br>Beim H\u00f6ren ist es wie beim Dienen:<br>Ein jegliches hat seine Zeit.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Es gibt auch eine Zeit zum Handeln<br>&#8211; barmherzig wie der Samariter &#8211;<br>und nicht nur stur vorbei zu wandeln.<br>Das w\u00e4re f\u00fcr den Kranken bitter.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Auch Jesus hat an vielen Orten<br>Verletzte, Kranke oft geheilt<br>und vor so mancher St\u00e4dte Pforten<br>bei Ausgesto\u00dfenen verweilt.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Doch heute, hier, steht seine Lehre<br>eindeutig mal im Vordergrund,<br>damit man geistlich sich ern\u00e4hre,<br>aus erster Hand, aus erstem Mund.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Er hat f\u00fcr uns \u201eWorte des Lebens\u201c,<br>egal, wohin wir nachher geh\u2019n:<br>Ihr lauscht den Worten nicht vergebens,<br>drum bleibt solang bei Jesus steh\u2019n.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Auch sagt er uns: \u201eWer mein Wort h\u00f6rt<br>und dem, der mich gesandt hat, glaubt,<br>dem sei auf Ewigkeit beschert<br>das beste Leben \u00fcberhaupt.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Kommt her zu mir, die ihr beladen,<br>geknechtet seid und fast erdr\u00fcckt.<br>Hier findet ihr den Quell der Gnaden.<br>Bei mir, da werdet ihr erquickt.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Wenn Menschen Gottes Worte h\u00f6ren<br>und aufmerksam bei sich bewahren,<br>dann soll man sie dabei nicht st\u00f6ren.<br>Sie werden Seligkeit erfahren.\u201c<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Was hei\u00dft das nun f\u00fcr unser Leben<br>in kirchlichen Zusammenh\u00e4ngen?<br>Soll\u2019n wir nach etwas Hohem streben?<br>Sind wir befreit von allen Zw\u00e4ngen?<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Die H\u00e4nde in den Scho\u00df zu legen,<br>um sich gen\u00fcsslich auszuruh\u2019n,<br>steht unter keinem guten Segen.<br>Es gibt doch st\u00e4ndig was zu tun:<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Gottesdienst-R\u00e4ume vorbereiten<br>mit Kerzen, Glocken, Blumen, B\u00fcchern,<br>und bei besond\u2019ren Festlichkeiten<br>auch noch mit bunt bedruckten T\u00fcchern.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Auf Blumenbeeten Blumen gie\u00dfen,<br>von Zeit zu Zeit die Hecken stutzen,<br>damit die Pflanzen richtig sprie\u00dfen<br>zu unser aller Freud und Nutzen.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Allw\u00f6chentlich den Gehsteig fegen,<br>Getr\u00e4nke k\u00fchlen, Liedblatt falten.<br>Es muss jemand die Website pflegen,<br>und jemand muss das Geld verwalten.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Beim B\u00fcchercaf\u00e9 braucht man Kuchen,<br>Kaffee, Milch, Zucker auf dem Tisch,<br>Servietten schnell zusammensuchen<br>und Blumenstr\u00e4u\u00dfchen, alles frisch.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>An gro\u00dfen Festen brauchst\u2019s Plakate<br>und meistens auch ganz viele Flyer<br>f\u00fcr Ostern, Weihnacht und Kantate.<br>Dann wird es eine sch\u00f6ne Feier.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Oft muss man \u00fcber steile Treppen<br>f\u00fcr das Konzert vom Kirchenchor<br>\u00b4ne Vielzahl von Podesten schleppen.<br>Alsdann gibt\u2019s Wohlklang f\u00fcr das Ohr.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Advent, da hei\u00dft es Pl\u00e4tzchen backen<br>und Socken stricken f\u00fcr\u2019n Bazar,<br>dann alles h\u00fcbsch in P\u00e4ckchen packen,<br>auch Babysch\u00fchchen, Paar f\u00fcr Paar.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Bei solcherart Allt\u00e4glichkeiten,<br>die einen gro\u00df, die andern klein,<br>die ich versucht hab auszubreiten,<br>da f\u00e4llt mir glatt die Marta ein:<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Der \u201eTischdienst\u201c, den wir von ihr kennen,<br>bei dem sie schuftet wie noch nie,<br>und dabei droht, sich zu verrennen,<br>hei\u00dft \u00fcbersetzt \u201eDiakonie\u201c.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Als \u201eN\u00e4chstenliebe\u201c kennt man heute<br>die Haltung in der Christenheit.<br>Das praktizieren viele Leute<br>aus wohlverstand\u2019ner Menschlichkeit.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Doch Marta hat es \u00fcbertrieben,<br>statt auch mal auf sich selbst zu achten.<br>Wir werden das ab heute \u00fcben:<br>zuerst nach Gottes Reich zu trachten.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>\u201eTrachtet zuerst nach seinem Reiche,<br>so f\u00e4llt euch solches alles zu.\u201c<br>Wenn ich\u2019s mit anderem vergleiche,<br>find\u2018 ich, das ist der gro\u00dfe Clou.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Und wenn wir suchen, soll\u2019n wir finden,<br>und dem, der klopft, wird aufgetan.<br>All unsre Sorgen soll\u2019n verschwinden.<br>Das klingt doch nach nem guten Plan.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Ach, sucht doch den, lasst alles stehen,<br>wenn ihr von Christus Heil begehrt.<br>Er ist es, der im Handumdrehen<br>euch auch ein St\u00fcck vom Heil gew\u00e4hrt.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Und um die Seligkeit zu finden,<br>such, wer da will, ein andres Ziel<br>als Christi Worte zu verk\u00fcnden.<br>Ich halt\u2018 das f\u00fcr nen guten Deal.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Wie w\u00e4r\u2019s, als Marta zu agieren,<br>und au\u00dferdem zu gleichem Teil<br>sich als Maria konzentrieren<br>auf Jesu Worte und seil Heil.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Ich glaube, beides ist notwendig:<br>Mal Marta, mal Maria sein.<br>Das h\u00e4lt den Glauben quicklebendig<br>und kann uns neue Kraft verleih\u2019n.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li>Der Friede Gottes m\u00f6g euch leiten,<br>der h\u00f6her ist als die Vernunft,<br>und euch auf eurem Weg begleiten<br>bei jeglicher Zusammenkunft.<br><br>Amen.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>38 Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. 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